Kirchengemeinden mit 'Zukunft einkaufen' Siegel

Peters- und Bethlehemgemeinde

Die Schwesternkirchgemeinden St. Petri und Bethlehem sind die ersten Kirchgemeinden in Deutschland, die mit dem “Siegel Zukunft einkaufen” ausgezeichnet wurden: Begonnen hat dort die ökofaire Entwicklung mit den Kirchenvorstandsbeschlüssen, eine systematische Bestandsaufnahme aller kirchgemeindlichen Einkäufe nach den Standards von “Zukunft einkaufen” zu erstellen.

Im zweiten Schritt wurden konkrete Bereiche definiert, an denen die Akteure erste “Erfolge” konkret erzielen wollten. So wurden die Gemeindeblätter auf ein Mineröl-freies Druckverfahren umgestellt. Außerdem wird bei Konfirmandenfahrten und Großveranstaltungen konsequent ökofair eingekauft.

Im dritten Schritt haben die Akteure sich für die Beschaffungsleitlinie ihrer Kirchengemeinde an der praktisch hervorragenden Beschaffungsordnung des Kirchenkreises Nordfriesland/Bremerhaven orientiert. Bezüglich der kirchgemeindlichen Zertifizierung haben die zwei Schwesternkirchengemeinden sich bewusst für “Zukunft einkaufen” entschieden, weil sie dieses im Gegensatz zum “Grünen Hahn” für übertragbarer in mehr Kirchgemeinden halten.

Im vierten Schritt entsteht aktuell eine regionalisierte Einkaufsplattform, wo die Akteure als Kirchgemeinde testen, wie ökofaire Beschaffung konsequent und im Alltagshandeln von Ehren- und Hauptamtlichen in der Gemeinde dauerhaft und systematisch per KV-Beschluss (nicht “nur” über engagierte Einzelpersonen) verankert wird.

Um vom guten Vorsatz zu Antworten auf die praktischen Fragen des alltäglichen Einkaufs zu kommen, haben die beiden Gemeinden jetzt eine Tabelle zusammengestellt, die Kriterien für eingekaufte Waren aufzeigt und mögliche Anbieter auflistet, die diese Kriterien erfüllen – der eigene ökofaire Einkaufskorb.

Dieser Einkaufskorb dient als Leitlinie für Ausgaben, die aus der Gemeindekasse erstattet werden sollen, und als Hilfe bei der Suche nach guten Bezugsquellen. Dazu werden tabellarisch zu vielen benötigten Waren die Eigenschaften erläutert, auf die man achten sollte. Mögliche Siegel wurden erwähnt und, wenn möglich, auch Geschäfte im Leipziger Süden oder Internet-Versandshops genannt, die öko-faire Produkte führen.

Zum Beispiel findet man bei der Suche nach dem Stichwort Umschläge den Hinweis, dass Umschläge aus 100 % Altpapier gekauft werden sollen, und dass es dafür das Siegel Blauer Engel gibt. Mit dieser Information kann man einkaufen gehen – oder noch in der Anbieter-Spalte nachlesen, dass solche Umschläge beim Büroversand memo AG bestellt werden können.

Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen in Deutschland kaufen Jahr für Jahr für einen hohen 2-stelligen Milliardenbetrag ein. Bewusstes Einkaufen stellt für uns also nicht nur ein Programm zur Vermeidung von Gewissenskonflikten dar, sondern auch ein ernst zu nehmendes politisches Instrument.