22.10.2020

Zu gut für die Tonne

10 goldene Regeln gegen Lebensmittelverschwendung


Lebensmittelabfälle entstehen überall: in der Landwirtschaft, in der Lebensmittelverarbeitung, im Handel und in der Außer-Haus-Verpflegung. Und nicht zuletzt in jedem Haushalt. Circa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Deutschland im Müll. Zu diesem Ergebnis kommt der Report des Thünen-Instituts für das Jahr 2015. Über die Hälfte (52%) der Lebensmittelabfälle fällt in privaten Haushalten an. Durchschnittlich werfen wir pro Kopf und Jahr rund 75 kg Lebensmittel weg. Die restlichen Lebensmittelabfälle fallen in der Verarbeitung (18%), der Außer-Haus-Verpflegung (14%), der Primärproduktion (12%) und dem Handel (4%) an.

Was werfen wir weg?

Es sind ausgerechnet die frischen, für eine gesunde Ernährung wichtigen Produkte, die wir am häufigsten wegwerfen: Obst und Gemüse machen etwa ein Drittel unserer vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus. Es folgen Gekochtes/Zubereitetes, Brot und Backwaren, Getränke, Milchprodukte, Fertigprodukte sowie Fisch und Fleisch.

Welche Folgen hat die Verschwendung?

Der Markt für Lebensmittel ist global. Wir essen Rindfleisch aus Argentinien, Erdbeeren aus Marokko, Fisch aus Südostasien. Deshalb hat es auch weltweite Auswirkungen, wenn wir in Deutschland Lebensmittel verschwenden.
Wir vergeuden Ressourcen. Für ein Kilo Äpfel sind zum Beispiel mehr als 800 Liter Wasser nötig, dazu Dünger, Energie und wertvolle Ackerflächen. Und nicht zuletzt haben viele Menschen dafür gearbeitet.
Wir belasten die Umwelt. Schätzungsweise 30 Prozent der weltweiten Treibhausgase hängen mit unserer Ernährung zusammen. Durch die unnötige Erzeugung und den Transport von Lebensmitteln fügen wir der Umwelt Schaden zu.
Weltweit hungern 815 Millionen Menschen. Keiner von ihnen wird unmittelbar satt, wenn wir weniger wegwerfen. Doch je mehr wir verschwenden, desto höher sind die Nachfrage am Weltmarkt und damit die Preise. Hierunter leiden insbesondere die Menschen in Entwicklungsländern, die einen Großteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben müssen.