14.09.2018

Pfadfinder in Oldenburg als Leuchtturm

ZE Zertifizierung der ersten Einrichtung der Oldenburgischen Landeskirche


Martina Faseler und Dirk v.d. Heide (Foto: Peter Kratzmann)

Pfadfinder Sage Schweitzer (Foto: Peter Kratzmann)

Vorstellung der ökofairen Produkte (Foto: Peter Kratzmann)

Mit der Übergabe der Zertifizierungsurkunde im Projekt „Zukunft einkaufen“ (ZE) durch Martina Faseler vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen an den Leiter der Pfadfinderbildungsstätte Sager Schweiz in der Evangelisch-lutherischen Kirche im Landkreis Oldenburg, Dirk von der Heide,  konnte die erste Auszeichnung einer Einrichtung im Bereich der Oldenburgischen Landeskirche verzeichnet werden. Frau Faseler hatte die eingereichten unterlagen gesichtet und die Zertifizierung freigegeben. Als „auffallend weit“, mit kreativen Konzepten wirkend und die Tatsache, dass Pfadfinder keine halben Sachen machen würden, Begründete sie die Zertifizierung. 

Dass gerade die Pfadfinderbildungsstätte Sager Schweiz als erste Einrichtung die Zertifizierung erhalten hat, kommt nicht von ungefähr. Seit vielen Jahren legt die Pfadfinderbildungsstätte großen Wert auf die Beachtung von ökologischen und sozialen Kriterien im Einkaufsverhalten und alltäglichen Handeln. Außerdem hat die Bildungsstätte in den letzten Monaten das nachhaltige Beschaffungsmanagement „Zukunft einkaufen“ eingeführt und umgesetzt. 

Hier ist auch der Ansatzpunkt für Projektleiterin Helena Inkermann. Sie stellt das Projekt in Gemeinden und Einrichtungen der Oldenburgischen Landeskirche beratend, persönlich vor. Dafür sei die Bildungsstätte ein sehr gutes Beispiel. 

Mensch und Natur nicht weiter zu schaden, sei der grundlegende Denkansatz. Das Zertifikat, mit dreijähriger Gültigkeit, ist dabei Motivation für Einrichtungen, die sich in dem Umstellungsprozess befinden. Helena Inkermann: „Am Ball zu bleiben, Ideen weiter zu tragen, Aktiv im Alltag einzukaufen, Lebensstil und Konsumverhalten zu überdenken, sind Denkansätze, deren Umsetzung auch Mut bedarf.“ 

„So viel du brauchst“

ZE-Beiratsvorsitzender, Gerd Pöppelmeier, erinnert an das Alte Testament, 2. Buch Mose, Kapitel 16, als das Volk Israel in Freiheit in die Wüste zog und darbte. Da bekam der Satz „So viel du brauchst“ eine besondere Wertung. Geld und Wohlstand stehen gegenüber dem Wohlfühlen nicht im Einklang. Vor diesem Hintergrund entstand die Stelle für Helene Inkermann. Die Ethik des Genusses und das nicht immer uferlose weitere Wirtschaftswachstum auf Kosten der Natur und kommender Generationen neu zu entdecken und zu vermitteln ist ihre Aufgabe, aber auch das Aufzeigen neuer Wege. 

Der Vertreter im Bischofsamt, Thomas Adomeit, sprach im Bezug auf die erste Zertifizierung in der Evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg von einem Meilenstein, der nur einen Tag nach dem Tag der ökumenischen Schöpfung, als Zertifikat seine besondere Bedeutung findet. „Die Schöpfung ist ein Schatz, der gehütet werden will. Unsere Entscheidungen haben Auswirkungen, die wohl überdacht werden müssen. Hier hat die Pfadfinderbildungsstätte den richtigen Weg gefunden, um die öko-faire Beschaffung umzusetzen.“ 

Adomeit: Nun müssten die Impulse aus dem Projekt ins Land getragen werden, um die göttliche Schöpfung, die in unser Herz gelegt und wohl geordnet ist, für die Zukunft zu bewahren. „Sie als Leuchttürme, als Pfadfinder, können dazu beitragen, und Menschen zum Nachdenken anzuregen.“