Natursteine ohne Kinderarbeit!

Ein Drittel aller Grabsteine in Deutschland kommen aus Indien. Dort werden die Steine überwiegend von Kindern bearbeitet. Nach Angaben des Vereins XertifiX arbeiten ca. 150.000 Kinder in den Steinbrüchen unter meist katastrophalen und menschenverachtenden Bedingungen. Die Kinder arbeiten ohne Schutz vor Staub und Lärm, verletzen sich durch Steinschläge und haben durch die schwere Arbeit eine sehr geringe Lebenserwartung.

Um gegen diese Missverhältnisse vorzugehen, nahm der Verein seine Tätigkeit auf und gründete zusammen mit Steinmetzen eine Siegelinitiative, die ein Zertifikat an Steinbrüche vergibt, die sich an vereinbarte Standards halten.

Das Thema ist nicht neu. Der Kontext ist die (öffentliche) Beschaffung von Waren, und die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Standards. Kommunen und Bundesländer haben sich dafür eingesetzt, dass nur Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die nachweislich ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Dagegen gab es mehrfach Klagen, die dazu führten, dass solche Vorschriften zurückgenommen werden mussten.

Auch in NRW wurde – auf Initiative von Kirchenkreisen in der Ev. Kirche von Westfalen – das Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen ergänzt. Um dieses Gesetz gegen Klagen „wasserdicht“ zu machen, erarbeitet die Landesregierung z.Zt. Ausführungsbestimmungen, die festlegen sollen, welche Nachweise für den Import von Grabsteinen anerkannt werden und dann verpflichtend sind. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, sind Friedhofsträger in der Pflicht, ihre Satzungen entsprechend zu verändern.

Der Druck auf den Handel, nur noch Steine aus zertifizierten Steinbrüchen zu beziehen, kann nur durch eine gesteigerte Nachfrage erhöht werden.

Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklungen.