BIO Siegel nach der EU-Öko-Verordnung

Staatliches Bio-Siegel für über 50.000 Produkte und Lebensmittel, die nach den Kriterien der EG Öko-Verordnung hergestellt sind. Auf den Produkten müssen die Kontrollstellen aufgeführt sein. Herausgegeben wird das Siegel vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Auf der Homepage des Ministeriums sind Händler und Hersteller aufgeführt, deren Produkte mit dem BIO Siegel ausgezeichnet sind. Die Kontrollen finden zusammen mit denen für das EU-Label Ökologischer Landbau statt. Kantinen und Restaurants können das Bio-Siegel für Menüs nutzen.

Biokreis

In Ostbayern Ende der 70er Jahre gegründeter Verein, dem heute Landwirte und verarbeitende Betriebe aus Hessen, NRW und Bayern angehören. Biokreis  fördert die regionale Kooperation zwischen ökologischer Landwirtschaft und ökologisch weiterverarbeitenden Betrieben. Die umfassenden Richtlinien gelten für fast alle Lebensmittel und gehen weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Auch Hotels und Gaststätten können sich zertifizieren lassen. Die jährliche Überprüfung wird durch unabhängige Kontrolleure durchgeführt. Die nach Biokreis Richtlinien arbeitenden Betriebe und Direktvermarkter sind auf der Homepage des Vereins aufgelistet. 

Bioland Siegel

Größter ökologischer Anbauverband Deutschlands. Über die gesetzlichen Standards der EG Öko-Verordnung hinaus arbeitet Bioland nach den Richtlinien des organisch-biologischen Anbaus. Fruchtfolge, Artenvielfalt, Bindung der Anzahl der Tiere an die Größe des Betriebs. Die Produkte werden im Sinne einer vollwertigen Ernährung verarbeitet. Auch soziale Kriterien werden in den Biolandrichtlinien berücksichtigt. Betriebe, die nach Biolandrichtlinien produzieren, sind auf der Homepage des Verbandes aufgelistet.

Biopark

1991 in Mecklenburg-Vorpommern gegründeter Verein mit dem Schwerpunkt der ökologischen Tierhaltung und des Marktfrüchteanbaus. Heute ist Biopark e. V. mit mehr als 700 Mitgliedern in 15 Bundesländern vertreten. Enge Partnerschaft mit NABU und BUND. Die Richtlinien umfassen ökologische Kriterien (artgerechte Tierhaltung, betriebseigener Dünger und Futter, Verzicht auf chemisch-synthetische Hilfsstoffe, gentechnisch veränderte Organismen, begrenzte Tierhaltung pro Fläche) und ausdrücklich soziale Kriterien. Die Prüfung erfolgt jährlich über eine staatlich zugelassene Kontrollstelle und Stichproben. Die Mitglieder sind auf der Homepage des Vereins gelistet.

Demeter

Der Demeter Verband vertritt die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die auf den Anthroposophen Rudolf Steiner zurückgeht. Der in den 1920er Jahren gegründete Verband agiert weltweit. Die Richtlinien schreiben in allen Herstellungs- und Produktionsschritten die Verantwortung für Mensch und Natur vor. Jährliche Kontrolle durch die gesetzliche EG Öko-Kontrolle und durch einen vom Verband gewählten Inspektor. Demeterhöfe und Händler (Demeter Aktivpartner) sind auf der Homepage des Verbandes zu finden.

ECO VIN

Zusammenschluss ökologisch produzierender Weingüter in Deutschland. Seit 1985 zeichnet Ecovin Trauben, Säfte, Weine, Sekte und Weinbrände der Weingüter aus, die nach den Richtlinien des Verbandes arbeiten. Der Ökoweinbau verzichtet u. a. auf den Einsatz von Herbiziden, chemisch-synthetischen Insektiziden und gentechnisch veränderten Pflanzen. Die Richtlinien werden in Form eines Zusatzfragebogens durch die gesetzliche EG-Öko-Kontrolle jährlich geprüft und Stichproben durchgeführt. Die Mitglieder sind nach Weinbaugebieten geordnet auf der Homepage gelistet. 

Fairtrade-Siegel

Als unabhängige Siegelinitiative handelt der Verein TransFair  nicht selbst mit Waren, sondern vergibt sein Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. 

Die Kriterien des Fairen Handels entsprechen den internationalen Standards die von Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) erarbeitet wurden.

Die Zertifizerungsaufgaben wurden an FLO-CERT GmbH übertragen, um die Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Siegels sicherzustellen. FLO-CERT arbeitet mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten System, das den Anforderung der DIN ISO Norm 65 folgt. ISO 65 ist heute die weltweit akzeptierte Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisationen.

Marine Stewardship Council MSC

Der MSC ist eine weltweit tätige, unabhängige und gemeinnützige Einrichtung, die sich für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Befischung der Meere einsetzt. Anhand des blauen MSC-Umweltsiegels auf Fisch- und Meeresfrüchteerzeugnissen in Supermärkten und in Fischtheken können Konsumenten Produkte aus nachhaltig arbeitenden Fischereien identifizieren. Diese Produkte stammen aus Fischereien, die die Bewertung nach MSC-Standard durchlaufen haben und nachweislich nachhaltig arbeiten. Die Zertifizierung erfolgt über unabhängige Unternehmen. Die Einhaltung der Standards wird regelmäßig überprüft. Soziale Kriterien werden bei der Zertifizierung nicht berücksichtigt. Welche Produkte es aus nachhaltiger Fischerei gibt, können Sie in der MSC-Produktsuche sehen.


Vom NABU empfohlen - weil aus Streuobstprodukten

Der Naturschutzbund Deutschland wurde 1899 als Bund für Vogelschutz gegründet. Mit dem NABU-Zeichen werden Produkte ausgezeichnet, die den Streuobstanbau fördern. Durch die Lizenzvergabe garantiert der NABU einen Abnahmepreis, der die Existenzsicherung der ökologischen Erzeuger möglich macht. Es dürfen nur Erzeugnisse aus regionaler Herstellung (50 km Umkreis) verarbeitet werden. Die Einhaltung der Qualitätskriterien wie Verzicht auf chemisch-synthetische Behandlungsmitteln, Farb- und Konservierungsmittel wird durch ein unabhängiges Institut geprüft. Eine Liste der nach den NABU Kriterien arbeitenden Mostereien sind, nach Bundesländern gegliedert, auf der Homepages des NABU gelistet.

Naturland

Der Verband wurde in Bayern 1982 gegründet und hat mehr als 49.000 Mitglieder. Naturland  hat neben der ökologischen Landwirtschaft Richtlinien, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen, auch ökologische Richtlinien für Aqua-Kultur, Fischerei und Forstwirtschaft. Über die Aktion ‚“Faire Partnerschaften“ zeichnet Naturland Unternehmen aus, die soziale Verantwortung und faire Erzeugerpreise garantieren. Die Überprüfung erfolgt durch von Naturland beauftragte Kontrollstellen und Stichprobenkontrollen. Eine Übersicht über Naturlandhöfe ist auf der Homepage des Verbandes gelistet.

EU-Label Ökologischer Landbau

Siegel der Europäischen Union seit 1991. Kontrolliert werden die Produkte jährlich durch staatliche Kontrollstellen, die die Mindestkriterien des ökologischen Landbaus, die in der EG-Öko-Verordnung festgelegt sind, überwachen. Das Siegel gilt für alle Staaten der Europäischen Union. Es hat keine Kriterien für ökologische Verpackung und Sozialstandards. Die Auflagen für Tierhaltung sind nicht so streng wie die der Anbauverbände. 2009 tritt eine Gesetzesänderung in Kraft.

Neuland

Der Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhalten e. V. wurde 1988 gegründet. Träger von Neuland ist der Deutsche Tierschutzbund, AG bäuerliche Landwirtschaft, der BUND und die BUKO-Agrar Koordination. Die Richtlinien umfassen Haltung, Fütterung, und Transport der Tiere. Im Gegensatz zu anderen ökologischen Anbauverbänden muss bei Neuland kein ökologisches Futter verwendet werden. Der Verein unterstützt kleine bäuerliche Strukturen durch angemessene Preisgestaltung und die Begrenzung von Fläche und Tierzahl. Die Kontrolle geschieht jährlich über ein eigenes unabhängiges Kontrollsystem. Auf der Homepage sind die Läden, die Neuland-Produkte verkaufen, nach Bundesländern gelistet.